31.000 Bad Hersfeld, 15.100 Rotenburg a. d. Fulda, 132.300 (Kreis),
meist evangelisch; 121 E/km².
Lage/Leistung:
Waldreichste Mittelgebirgsregion Deutschlands zwischen Werra und Fulda.
Land- und Forstwirtschaft. Größtes Kalilager Europas. Erholungsgebiet
Waldhessen.
Geschichte:
Im 8. Jh. verschiedene Mönchssiedlungen, 775 in Hersfeld Reichskloster
der Benediktiner. Vorromanische Stadtkirche. In Heringen ist Kalibergbau;
in Philippstal Schloß der ehemaligen hessischen Landgrafen.
Weiteres:
In Bad Hersfeld Stiftsruine (1038, größter romanischer Kirchenbau
nördlich der Alpen; 103 x 56 m) mit Festspielen im Sommer. Im Katharinenturm
älteste gegossene Glocke Deutschlands (Lullusglocke). Gymnasialdirektor
Konrad Duden (Deutsche Rechtschreibung).
An der Nordsee (Holsteinisches Wattenmeer). Erdöl. Weide- und
Viehwirtschaft. Brunsbüttel an westl. Einfahrt zum 99 km langen Nord-Ostsee-Kanal
(siehe KI).
Geschichte:
Heide entstand im 15. Jh., 1447 Tagungsort für Dithmarsche Landesversammlung,
seit 1870 Stadt.
Weiteres:
In Heide 4,5 ha großer Marktplatz (vgl. FDS). Geburtsort von
Klaus Groth (1819). In Meldorf Kirche mit hohem Turm (1250, "Dom der Dithmarscher").
Gewachsene Gruppenstadt im östlichen Westfalen an der Werre, Möbel-,
Textil- und Zigarrenindustrie, Brauerei.
Geschichte:
Um 790 erwähnt. Heimat von Herzog Widukind (gest. 807, in Stiftskirche
zu Enger beigesetzt). Wegen zahlreicher Kirchen und Klöster im Mittelalter
das "hillige" Herford genannt. Hanse- und Reichsstadt. Im Kreis neben Landwirtschaft
Veredelungsindustrie.
Weiteres:
Sattelmeierhöfe, Widukind-Museum in Enger, Münster- und Marienkirche
(Stift Berg) in Herford.
Nordwestlich von Frankfurt/Main. Vordertaunus mit Feldberg (880 m)
und Usinger Becken. "Grüne Lunge" des Frankfurter Raumes. Naturpark
Hochtaunus (128.300 ha).
Geschichte:
Zentralorte für römischen Limes mit Kastellen. 1361 Stadtrecht
für Homburg. Im Mittelalter Landgrafen von Hessen-Homburg. 1860 in
Friedrichsdorf das erste von Ph. Reis gebaute Telefon benutzt.
Weiteres:
Römerkastell Saalburg (84. n.Chr.), Freilichtmuseum Hessenpark.
In Bad Homburg v.d.Höhe die älteste Spielbank der Welt.
Hansestadt an der unteren Elbe, hat mit 100 km² Fläche einen
der größten Häfen der Welt. Durch das Hinterland und die
Elbe wichtiger Umschlagplatz mit Container-Terminal. Hauptstadt des gleichnamigen
Bundeslandes mit 748 km² Fläche. Viele vom Hafen unabhängige
Industrien, Verlage, Banken, Dienstleistungsbetriebe. 3,9 km langer Elbtunnel
erleichtert den Straßenverkehr in Nord-Süd-Richtung. Universitäten,
Flughafen.
Geschichte:
Um 800 befestigtes Kastell Hamaburg. 831 Erzbistum, dessen Sitz 847
nach Bremen verlegt wurde. Ab 1111 wirtschaftlicher Aufschwung. 1189 Handels-,
Zoll- und Schiffahrtsrechte. Im 14. Jh. wichtigster Umschlagplatz der Hanse.
Seitdem freie Reichsstadt. 1937 zahlreiche Eingemeindungen.
Weiteres:
Hafen, Rathaus (1886, auf 4.000 Pfählen, 112 m hoch). Hauptkirchen
Michaelis, Petri, Jakobi, Katharinen. Hagenbecks Tierpark (1909, Freigehege,
dazu Troparium, Delphinarium); Planten un Blomen (Erholungs"garten"). St.Pauli-Landungsbrücken,
Fernsehturm, Sportanlagen, Alsteranlagen, Jungfernstieg, Reeperbahn. Congress-Centrum.
Ostseehafenstadt an der unteren Trave. Seit 1990 wieder Kontakt zum
südöstlichen Hinterland und Belebung der wirtschaftlichen Bedeutung
der ehemals führenden Hansestadt als Handelsplatz. Metallverarbeitende
und Süßwaren- (Marzipan)-Industrie, Werften. Stadtkern
liegt auf einer Insel. Rotweinimport. Im Ortsteil Travemünde Skandinavienkai,
Spielkasino.
Geschichte:
Ursprünglich wendische Siedlung Liubice. 1143 Kaufmannssiedlung,
1226 Reichsstadt. 1356 Führung der Deutschen Hanse (spätmittelalterliche
Wirtschaftsunion). Das Lübische Recht wurde Muster für über
100 weitere Ostseestädte. Erst 1937 ans preußische Schleswig-Holstein.
Weiteres:
Holstentor (Wahrzeichen der Stadt, 1466), Rathaus (1226, später
Renaissancetreppe), Marienkirche (Backsteinbau aus 13. Jh.). Buddenbrookhaus
und Schabbelhaus in der Mengstraße. Füchtings Hof (1639).
60.000 Hameln, 23.000 Bad Pyrmont, 158.000 Hameln-Pyrmont-Kreis, meist
evangelisch; 199 E/km².
Lage/Leistung:
An der Weser zwischen Weserbergland und Süntel. Industrie, Landwirtschaft
und Handwerk bestimmen die Region neben ihrem Charakter als Erholungsgebiet,
u.a. in Bad Pyrmont (seit 15. Jh.).
Geschichte:
Im 8. Jh. Klostergründung beim Weserübergang. Hameln um 1200
Stadt, 1666 Festung.
Weiteres:
Zentrum der Weserrenaissance, entsprechend das Stadtbild. Hochzeitshaus
(1610), Stiftsherren- und Leist´sches Haus. Rattenfänger (1284,
historisch ungeklärt). Dunsthöhle (Kohlensäuregas) in Bad
Pyrmont.
"Es muss sich unter den jungen Ehepaaren noch viel mehr herumsprechen, dass auch der teuerste Wagen niemals 'Vater' oder 'Mutter' zu ihnen sagen wird." (Ignaz Kiechle)